Das Klassik-Prisma  
 Bernd Stremmel

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Violinsonate F-dur op.24

„Frühlingssonate"

Busch

Serkin

EMI

1933

20‘35

5

 

Faust, Isabell

Melnikov

HMF

2008

22‘54

5

W

Kremer

Argerich

DGG

1987

23‘37

5

W

Grumiaux

Haskil

Philips

1957

22‘47

5

W

Morini

Firkusny

Decca/MCA

1961

23‘01

5

W

Perlman

Ashkenazy

Decca

1973

24‘19

5

W

Kogan

Gilels

Doremi

1964

21‘43

5

W - live

Vengerov

Golan

Teldec

1992

22‘33

5

W

Szeryng

Haebler

Philips

1979

22‘59

5

W

Kagan

Richter

EMI

P 1976

24‘25

5

W

Frank, Pamela

Frank, Claude

Music&Arts

1995

23‘37

5

W

Schroeder

Immerseel

DHM

1987

22‘48

5

W - Hammerklavier

 

Oistrach

Bauer

Praga

1969

22‘49

4-5

W

Zukerman

Barenboim

EMI

1972

25‘32

4-5

W

Szeryng

Rubinstein

RCA

1958

20‘03

4-5

 

Kreisler

Rupp

EMI

1936

20‘15

4-5

 

Zehetmair

Frager

Teldec

1985

23‘15

4-5

W - Hammerklavier

Suk

Panenka

Supraphon

1967

25‘04

4-5

W

 

Milstein

Firkusny

EMI

1958

23‘19

4

W

Scheiderhan

Kempff

DGG

1952

21‘38

4

 

Scheiderhan

Seemann

DGG

1959

22‘49

4

W

Francescatti

Casadesus

CBS

1959

19‘28

4

Geigenton leicht verfärbt

Ferras

Barbizet

EMI

1958

20‘43

4

 

Oistrach

Oborin

Philips

1962

24‘40

4

W

Stern

Istomin

Sony

1983

24‘06

4

W

Szigeti

Arrau

Strings

1944

22‘09

4

Klavier besser als Geige

Heifetz

Bay

RCA

1947

17‘30

4

2.Satz zu schnell

Dumay

Pires

DGG

1987

23‘39

4

W

Taschner

Farnadi

MDG

1955

24‘09

4

W

Vogler

Ishay

KV records

1996

22‘09

4

W - live

 

Menuhin

Kempff

DGG

1970

25‘38

3-4

W - Klavier besser als Geige

 

Szigeti

Schnabel

Columbia

1948

24‘04

3

W - live

 

Kolisch

Johansen

archiphon

1966 ?

21’56

2-3

live – Aufnahme leider zu spät

Mutter

Orkis

DGG

1998

25‘06

2-3

live – I eigenwillige Artikulation und Phrasierungen der Vl., man meint ASM wollte immer wieder bremsen, II übermäßiges Vibrato, weinerlicher Ton, vieles nur gehaucht, IV Rubati stören den Fluss der Musik

 

W = Wiederholung der Exposition im 1.Satz

eingestellt am 13.08.04

letzte Ergänzung am 11.04.10

Seit meiner letzten Ergänzung vor fünf Jahren ist meine Violinsonaten-Sammlung um weitere CDs gewachsen, meist sind es Gesamtaufnahmen, wie es heute fast immer üblich ist (warum?), aber auch eine hochkarätige Sonatenplatte ist dabei, die von dem partnerschaftlichen Musizieren des Geigers Leonid Kogan sowie seines Schwagers Emil Gilels am Flügel zeugt. Hier kann man erleben, wie beide Künstler unter Hochspannung die vier Sätze der Sonate überzeugend darbieten, einige Kratzer der Geige dürfen da nicht den Genuss trüben. Wo hört man heute noch öffentlich Interpreten im Totaleinsatz? Wegen der fast überall aufgestellten Mikros muss es vor allem exakt und gepflegt zugehen, ja kein Risiko eingehen! Kein Wunder, wenn viele Interpretationen, vor allem im orchestralen Bereich, uniformiert daherkommen. Gilels und Kogan können wir als notwendiges Korrektiv nur begrüßen.

Der Geiger Wolfgang Schneiderhan erscheint auf dieser Seite nun zum zweiten mal, jetzt in Begleitung von Carl Seemann, mit dem er in langjähriger Partnerschaft immer wieder zusammen musizierte. Schneiderhan bezeugt auf beiden Aufnahmen aufgrund seines größeren Tones seine Herkunft vom Orchester. Trotz guter Balance zwischen Geige und Flügel meint man den Geiger eher vor einem Orchester zu hören, wo doch mehr Bogendruck angebracht erscheint, der wiederum einer kammermusikalischen Differenzierung entgegensteht. Der 1.Satz beginnt auch nicht p sondern gleich mf. Seemanns Klavierton ist etwas voluminöser (mehr Pedaleinsatz?) als der Kempffs. Insgesamt sind beide Aufnahmen gleichwertig, die jüngste immerhin in frühem Stereo.

Noch ein Jahr älter ist die Aufnahme mit den Franzosen Christian Ferras und Pierre Barbizet, die ebenso in langjähriger Partnerschaft verbunden waren. Ferras‘ Ton ist schlanker als der Schneiderhans, der Geiger setzt jedoch mehr Vibrato ein, was vor allem im 2.Satz etwas stören kann. Den Beginn des 1.Satzes setzt m.E. Barbizet unter etwas zu viel Pedal.

Jaap Schroeder und Jos van Immerseel bringen eine beseelte Interpretation der Sonate auf Original-Instrumenten, Immerseel spielt ein Pianoforte von Graf aus dem Jahr 1824.

Vater Claude und Tochter Pamela Frank sind ein bestens aufeinander abgestimmtes Familienteam, Kammermusik bestens! Hören Sie nur einmal auf die diskret betonten Bassnoten des Flügels gleich zu Beginn T.1-19! Der 2.Satz ist gespannt musiziert vom ersten bis zum letzten Takt! Schade dass diese Musiker bei uns so wenig bekannt sind, (obwohl der Pianist in Deutschland geboren wurde). Jetzt komme ich noch zu dem Team, dass mich am allermeisten erfreut und überzeugt hat, Isabelle Faust und Alexander Melnikov. Hier stimmt alles bis auf’s i-Tüpfelchen. Eine sehr schlank, kaum mit Vibrato geführte Geige und ein Pianist mit bestimmtem, präzisem, aber weichem Anschlag, lassen keine Wünsche offen. Hellwach, glasklar im Klang, wird Beethovens Musik umgesetzt. Ein Kabinettstücken ist das kurze Scherzo, in dem bei der Wiederholung sowohl Klavier als auch Geige jeweils andere Akzente setzen als zuvor. Das spielt kein anderes Ensemble so bravurös!

Zum Vergleich habe ich auch noch einmal Anne Sophie Mutters Einspielung mit Lambert Orkis herangezogen. Die neuen Hörerfahren lassen jedoch keine andere Bewertung zu.

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