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Das Klassik-Prisma |
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Bernd Stremmel |
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Franz
Schubert
3.
Sinfonie D-Dur D. 200
Adagio
maestoso, Allegro con brio – Allegretto – Menuetto, Vivace, Trio – Presto vivace
Schuberts 3. Sinfonie entstand in der kurzen Zeit von vom 24. Mai bis 19. Juli 1815. Sie war nicht unbedingt zur Veröffentlichung, also zum Druck bestimmt, sondern diente dem Komponisten eher als Übungswerk, um eine Fertigkeit im Umgang mit Themen innerhalb der symphonischen Satzweise zu erlangen. Studien ausgewählter Sinfonien Haydns und Mozarts gaben Schubert wertvolle Hinweise und Anleitungen im Umgang mit musikalischem Material. Dass Schubert hier noch kein Meister, sondern ein Suchender und Lernender war, zeigt auch die Partitur der 3. Sinfonie: Sie beginnt mit einer langsamen Einleitung, worauf ein schneller Hauptsatz, Allegro con brio, folgt. Schubert beginnt nun nicht sofort mit dem ersten Thema (T. 35-55), sondern schiebt eine erneute Einleitung davor (T. 19-34), die von der Klarinette angestimmt und nach und nach in einer großen Steigerung aller Instrumente zu einem Höhepunkt geführt wird, der gleichzeitig auch der Beginn des Hauptthemas darstellt. Auch eine umgekehrte Deutung ist plausibel: Das anmutige Klarinettenthema ist als 1. Thema zu verstehen, dem als Fortspinnung das ff-Orchestertutti T. 35-55 folgt. Das 2. Thema wird nun im T. 57 (mit Auftakt) von der Oboe angestimmt, sogleich beteiligen sich Flöte, Klarinette und Fagott am musikalischen Gespräch, das sich jedoch auf das punktierte Achtelmotiv aus T. 58 verkürzt, das wiederum rhythmisch auf das Klarinettenthema Bezug nimmt. Die Durchführung (T. 90-142) ist knapp gehalten und verarbeitet ebenso das punktierte Achtelmotiv, überwiegend in den Bässen. Der sonst mit melodischen Einfällen so freigiebige Schubert beschränkt sich hier auf das Nötigste.
Als „langsamer Satz“ folgt ein schlichtes anmutiges Allegretto in G-Dur. Für die Ausführenden ein Problem, was meint Schubert hier? Soll es langsam oder doch, wie die Bezeichnung Allegretto bedeutet, schneller gespielt werden. Dirigenten, die sich für ein langsameres Tempo entschieden haben, lassen dann den C-Dur-Mittelteil meist deutlich schneller spielen. Ich persönlich neige hier zu einem bewegten Tempo. Etliche Dirigenten lassen die ersten 16 Takte wiederholen, obwohl die Partitur hier keinen Hinweis gibt: Böhm, Beecham, Sebastian, Wand, Neumann, Maag, Karajan, H. Schiff, Muti, Marriner, Barenboim, Davis, Kertesz und Maazel.
Beim 3. Satz entscheidet sich Schubert noch für ein Menuett, nicht für das von Beethoven favorisierte Scherzo. In der Mitte steht formhalber ein Trio, hier von Oboe und Fagott gespielt mit Begleitung der Streicher. Vorwiegend „ältere“ Dirigenten lassen die aufsteigenden Viertelnoten a-d-fis der Oboe gleich zu Beginn nicht gebunden, sondern staccato ausführen: E. Kleiber, Markevitch, Kubelik, G. L. Jochum, aber auch Kertesz, Muti, Shelley und Zinman.
Der unruhig dahineilende 4. Satz könnte als Pate für das Finale von Mendelssohns 4. Sinfonie gestanden haben. Das 2. Thema mit seinem markanten Auftaktmotiv ratatatam kann sich gegenüber dem 1. kaum profilieren, beherrscht aber die äußerst knapp gehaltene Durchführung. Auf zwei verwandte Stellen möchte ich noch hinweisen: In den Takten 33-40 begleiten die beiden Hörner p das 1. Thema von Oboe und 1. Geigen, meist können sich die Hörner nicht durchsetzen, außer bei Abendroth, E. Kleiber, H. Blech, Kubelik, Neumann, C. Davis, Kertesz, Nott, Keitel, Herreweghe, H. Schiff und P. Järvi. Die zweite Stelle befindet sich in der Reprise T. 228-235. Jetzt begleiten die beiden Klarinetten mit einem Kontrapunkt die 1. Geigen. Schubert hat vorsorglich vermieden, die Geigen durch ein weiteres Blasinstrument zu verstärken, um dem Klarinettenklang Raum zu geben. Am deutlichsten hört man die Klarinetten bei P. Järvi, aber auch bei Neumann, Harnoncourt-COA, Marriner, Herreweghe, Abbado, Shelley, Nott und Keitel.
Der Umgang mit
den Wiederholungen in den Sätzen wird unterschiedlich behandelt: Knapp die
Hälfte der Dirigenten lassen alle spielen. Im 1. Satz fehlt sie bei Beecham,
Abendroth, Kabasta, Markevitch, Sebastian, Maag,
Sawallisch-64 und Maazel. Im 2. Satz wird die zweite oft ausgelassen, dagegen
werden im Menuett mit Trio alle vier immer gespielt. Im Finale werden die
Wiederholungen oft jedoch nicht beachtet.
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5 |
Carlos
Kleiber |
Wiener
Philharmoniker |
DGG |
1978 |
21‘08 |
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I lebendig,
gute dynamische Abstufung, transparenter Klang, II delikat, con spirito, Tempo etwas
grenzwertig, III pointiert artikuliert, Trio langsamer, mit
kammermusikalischer Feinabstimmung, IV ausgelassen, selbstverständliche
Perfektion |
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5 |
Claudio
Abbado |
Chamber
Orchestra of Europe |
DGG |
1987 |
23‘26 |
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I lebendig,
locker, mit jugendlichem Schwung, T. 120-125 Holz zurück, II
kammermusikalische Feinabstimmung, duftiges Trio, III vitales Menuett, Trio
etwas langsamer, IV Presto vivace!, ausgelassen, flirrende Streicher – gute
Balance und Transparenz |
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4-5 |
Erich
Kleiber |
NDR
Sinfonie-Orchester Hamburg |
Tahra |
1954 |
20‘07 |
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live – I
lebendig, con spirito,
für die Zeit der Aufnahme transparenter Klang, II delikat, kapriziös, III mit
Hingabe, Trio etwas langsamer, mit kammermusikalischer Feinabstimmung,
schwungvoll, gelöst |
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4-5 |
Eduard
van Beinum |
Concertgebouw
Orchester Amsterdam |
Philips |
1955 |
20‘29 |
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I mit Verve,
kompakter Klang mit geringerer Transparenz, II aufmerksam gestaltet, III
Schubert immer auf der Spur, IV nuancenreich |
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4-5 |
Jonathan
Nott |
Bamberger
Symphoniker |
Tudor |
2003 |
24‘25 |
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I frisches
Allegro, kräftiges Akkordspiel, II Vl.1 T. 54 ff im Zusammenspiel mit Holz
nicht vergessen, III straffes Menuett, gelöstes Trio, IV energisch, gute
dynamische Abstufung |
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4-5 |
Paavo
Järvi |
hr-Sinfonie-Orchester
Frankfurt |
Rundfunkaufnahme
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2007 |
23‘32 |
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live,
unveröffentlicht – I zupackend, sich jedoch vor Exaltiertheit hütend, schöne
Bläserdetails, gute dynamische Staffelung, II in einem Tempo, mit viel
Klangsinn, III bewegt, pulsierend, das Bassfundament betonend, schönes Trio,
IV als Kehraus, jedoch nicht überschäumend |
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4-5 |
Vaclav
Neumann |
Tschechische
Philharmonie Prag |
Supraphon |
1966 |
23‘27 |
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I
entschiedener Zugriff, vital, II Natürlichkeit wahrend, III fantasiereich
interpretiert, IV mit Temperament und Präzision |
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4-5 |
Howard
Shelley |
Royal
Philharmonic Orchestra London |
RPO |
1994 |
23‘27 |
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I und III
lockeres Musizieren, viel Klangsinn, II ruhig, etwas blass, deutlich von den
Nachbarsätzen abgesetzt, IV Drive, temperamentvoll, weist hin auf
Mendelssohns 4. Sinfonie, letzter Satz – gute Balance und Transparenz,
klangschöne Aufnahme |
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4-5 |
Ivan
Fischer |
Budapest
Festival Orchestra |
Hungaroton |
P 1996 |
22‘41 |
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I schneller
HS, aufmerksame Bläserbehandlung, II zu Beginn kein pp, farbenreiche
Gestaltung, III noch im Menuett-Charakter, IV Presto, ausgelassen |
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4-5 |
Neville Marriner |
Academy of St. Martin-in-the-Fields |
Philips |
1981 |
23‘51 |
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geschmeidiges
Musizieren in allen Sätzen, gute Transparenz und Balance, abgerundeter Klang,
II locker, jedoch zu gezogen, III Menuett und Trio im guten Kontrast, IV gute
dynamische Abstufung, farbig |
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4-5 |
Igor
Markevitch |
Berliner
Philharmoniker |
DGG |
1954 |
21‘50 |
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I gespannte E,
deutlicher Ruhepunkt in T. 9, darstellerische Konzentration und Präzision,
Holzbläser in der Durchführung T. 120 ff. von Streichern zugedeckt, II etwas
schwerblütig, III sprechende Artikulation, IV schwungvoll, poliert –
weitgehend moderner Zugriff, im Sinne der Partitur |
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4-5 |
Dennis Russel Davis |
Sinfonieorchester Basel |
Eigenlabel des Orchesters |
P 2013 |
21‘47 |
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I E nachdenklich, HT lebendiges Musizieren, klingt
jedoch meist wie „kurz angebunden“, Holz immer deutlich, II ruhig schreitend,
III insgesamt moderat, IV eher sachlich als temperamentvoll |
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4 |
Igor
Markevitch |
RIAS
Symphonie-Orchester Berlin |
audite |
1953 |
22‘29 |
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live – im
Großen und Ganzen wie die DGG-Studioproduktion, jedoch nicht immer so präzise
musiziert, etwas topfiger Klang |
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4 |
Georg-Ludwig
Jochum |
Kammerorchester
des NWDR Hamburg |
Pathé forgotten
records |
1954 |
22‘27 |
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I pointiert
artikuliert, Drive, Holzbläser in der Durchführung ab T. 119 im Background,
II könnte stellenweise etwas verhaltener sein, Instrumentale Zuspitzung, IV
energetisch – Orchesterspiel etwas robust, weniger Feinschliff |
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4 |
Herbert Blomstedt |
Staatskapelle
Dresden |
Eterna Berlin Classics |
1978 |
22‘45 |
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I spannende
E, farbiger Klang, Holzbläser immer im Fokus, hervorragende dynamische
Abstufung, II treffend artikuliert, leider etwas zu langsam, III sorgfältig,
IV gefällt am besten – gute Darstellung, jedoch, abgesehen vom letzten Satz,
wenig jugendlich |
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4 |
Günter
Wand |
Kölner
Rundfunk-Sinfonie-Orchester |
DHM
EMI RCA |
1983 |
24‘21 |
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I klar,
deutlich, in mäßigem Tempo, ohne jugendlichen Schwung, II im
Allegretto-Tempo, kaum pp, III im Trio schönes Bläser-Duett, IV
sorgfältig – gute Transparenz und Balance, als „große Sinfonie“ gespielt |
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4 |
Günter
Wand |
NDR
Sinfonie-Orchester Hamburg |
RCA |
1992 |
24‘35 |
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live – I
etwas mehr Romantik, sonst der Kölner Aufnahme ziemlich ähnlich, IV sehr
lebendig, Streicher mit etwas breiterem Strich |
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4 |
Wolfgang Sawallisch |
Staatskapelle Dresden |
Eterna
Philips Decca |
1971 |
22‘41 |
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I sorgfältig, etwas mehr an Inspiration
erwünscht, II Duett zwischen Holz und 1. Vl, 53-65,
III Menuett in Scherzo-Nähe, IV schwungvoll |
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4 |
Wolfgang
Sawallisch |
Radio-Orchester
der italienischen Schweiz |
aura |
1964 |
19‘50 |
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live – I gediegen,
II Duett zwischen Holz und 1. Vl. T. 53-65, III
Menuett stellenweise etwas flüchtig, langsameres Trio, IV betriebsam – etwas
stumpfes Klangbild |
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4 |
Wolfgang
Sawallisch |
London
Symphony Orchestra |
Orfeo |
1973 |
23‘13 |
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live – I etwas
farbiger als 1964, II mehr Duft aus 1964, III mit Hingabe, IV schwungvoll |
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4 |
Lorin
Maazel |
Berliner
Philharmoniker |
DGG |
1962 |
21‘43 |
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I Allegro könnte
etwas lockerer und schneller sein, II zu gezogen, schöne Pizzicati der Bässe,
III nuancenreich, IV gute rhythmische Abstufung – klangschöne Aufnahme |
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4 |
Lorin
Maazel |
Symphonie-Orchester
des Bayerischen-Rundfunks |
BR Klassik |
2001 |
21‘46 |
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live – I mit
mehr Energie als früher, II gezogen, III hellwach, IV zupackend –
jugendlicher Schubert? |
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4 |
Colin
Davis |
Sächsische
Staatskapelle Dresden |
RCA |
1994 |
23‘14 |
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I sauberes
Musizieren, eher sachlich, T. 119 ff. Holz zurück, II empfindsam, III
spürbare Affinität zur Musik, IV Artikulation T. 131 ff. bei 1. Vl. nicht top |
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4 |
Rafael
Kubelik |
Wiener
Philharmoniker |
EMI |
1960 |
21‘47 |
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I entschiedener
Zugriff, großformatig, musikantisch, Bläser von Streichern teilweise
zurückgedrängt, II Dynamik in Teil B etwas grob, III etwas fest musiziert,
Trio verzärtelt, IV wie Satz 1 |
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4 |
Edward Gardner |
City of Birmingham
Orchestra |
Chandos |
2018 |
22‘06 |
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I E unaufgeregte Art, HT mehr Tempo als Brio,
elastisches Musizieren; überschäumende Musizierlaune, sehr gute Transparenz,
II Dynamik im p-Bereich nicht ausgeschöpft, III vivace mit rasen
verwechselt, IV äußerlich, robust |
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4 |
Oswald
Kabasta |
Münchner
Philharmoniker |
EMI |
1940 |
25‘17 |
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I
darstellerische Konzentration, II A-Teil etwas spröde, B-Teil etwas harmlos,
III Routine, IV erst hier findet sich Kabasta gefordert |
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4 |
Istvan
Kertesz |
Wiener Philharmoniker
|
Decca |
1971 |
23‘33 |
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I Vl. 1 in T. 101 etwas nachlässig artikuliert, T. 116 ff.
Holz von Streichern überdeckt, II an der Grenze der Langsamkeit, Vl. T. 69-65 etwas geschmiert, IV handfest – der Aufnahme
fehlt es etwas an Sensibilität |
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4 |
Riccardo
Muti |
Wiener
Philharmoniker |
EMI |
1988 |
23‘17 |
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I in der Durchführung
bevorzugt Muti die Streicher, insgesamt straff, aber auch etwas fest, II und
III routiniert, IV gute dynamische Abstufung, zupackend |
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3-4 |
Thomas
Beecham |
Royal
Philharmonic Orchestra London |
EMI |
1958/59 |
23’18 |
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I HS zu laut
begonnen, 2. Th. aufgekratzt, spitz klingende englische Oboe, II kantabel,
aber schleppend, III zu betulich, IV T. 188 Ritardando der Bässe vor Fermate
– keine Sinfonie eines Jugendlichen, produziert in Paris sowie in London |
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3-4 |
Hermann
Abendroth |
Gewandhausorchester
Leipzig |
Tahra |
1945 |
20‘37 |
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I
Tempomodifikationen, farbiges Spiel. kompakter Klang, II zu schleppend, III
Menuett stürmisch, Trio wieder sehr langsam, IV gutes Tempo, prickelndes
Allegro – Kriegsaufnahme |
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3-4 |
George
Sebastian |
Orchestre des Concerts Colonne Paris |
Urania forgotten
records |
1954 |
21’11 |
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I S. zieht
zu Beginn des HS das Tempo etwas an, großbogige Gestaltung, kompakter Klang,
II geringere Spannung, III Anfangstöne verwackelt, Trio wenig ausdrucksvoll,
IV kein Presto, etwas lustlos – kompakter Klang |
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3-4 |
Harry
Blech |
The London
Mozart Players |
EMI forgotten records |
1954 |
22‘51 |
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I
Anfangsakkord nur f, insgesamt etwas enge Dynamik, ausgeglichene
Interpretation, II zu gezogen, III etwas kraftlos, IV gefällt noch am besten
– kompakter Klang |
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3-4 |
Peter
Maag |
Philharmonia
Hungarica |
MCPS |
1969 |
22‘25 |
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I T. 126 f
Oboe mit viel Vibrato, auf altväterliche Art, II M. schlendert durch den
Satz, IV wie durchgespielt, zu laut begonnen – kompakter Klang, eingeengte
Dynamik |
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3 |
Daniel
Barenboim |
Berliner
Philharmoniker |
CBS
Sony |
1986 |
25‘52 |
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I
spannungslose E, gewichtiges Musizieren, II sehr gezogen, ruhig, etwas
ermüdend, III etwas breit und fest, schleppend, IV routiniert, es springt
kein Funke über – gute Transparenz und Balance, jedoch wenig farbiger Klang |
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3 |
Karl Böhm
|
Berliner
Philharmoniker |
DGG |
1971 |
26‘59 |
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E gedehnt,
HS lebendiger, jedoch nicht mitreisend, korrekte Darstellung, II zu
schleppend, B-Teil nur wenig schneller, III gediegen, IV gute dynamische
Abstufung, ohne Esprit – alles ziemlich sauber und korrekt, Böhm vermag
jedoch kaum einen Funken aus der Musik zu schlagen |
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3 |
Herbert
von Karajan |
Berliner
Philharmoniker |
EMI |
1977/78 |
25‘06 |
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I T. 15/16
undeutliche Bläser, in gemächlichem Tempo, laute Orchester-Tutti
aufgedonnert, II ruhig, gelassen, III bulliger Tutti-Klang incl. nach vorn
gezogener Pauke, IV etwas äußerlich – „große Sinfonie“, in Karajans, nicht in
Schuberts Lesart |
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Interpretationen
nach historischer Aufführungspraxis und mit Originalinstrumenten: |
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5 |
Eric Jacobsen |
The Knights |
Ancalagon |
2010 |
21‘38 |
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I schwungvoll,
fein gestaltet, II kantabel, B viel schneller, mit Duft, III pointiert
artikuliert, jenseits aller Routine, IV souverän |
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4-5 |
Pablo
Heras-Casado |
Freiburger
Barockorchester |
HMF |
2012 |
21‘24 |
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I frisch lebendig,
II weniger Esprit, III sehr lebendig, Trio etwas zurück, IV stürmisch,
hervorragende dynamische Staffelung – offenes Klangbild, jedoch etwas grau,
in Tutti-Stellen decken Blech und Pauken das Holz zu |
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4-5 |
Roy
Goodman |
The Hanover Band |
Nimbus Brilliant |
1988 |
22‘38 |
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I sorgfältig
gestaltet, Achtel in Fl. und Ob. T. 2 ff. verschwimmen klanglich, II
Abschnitt B weniger farbig, III weniger HIP zu vernehmen, IV hervorragende
dynamische Staffelung, Musizieren könnte noch etwas lockerer sein – leichter
Hall vermindert etwas die Prägnanz |
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4 |
Frans
Brüggen |
Orchester
des 18. Jahrhunderts |
Philips |
1994 |
23’39 |
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I gespannte E,
Brüggen lässt sich mehr Zeit, großformatig, II zögerliches Tempo, schnellerer
B-Teil bringt mehr Farbe, III sehr schnell, Trio langsamer, IV aufgekratzt |
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4 |
Marc
Minkowski |
Les Musiciens du Louvre Grenoble |
naïve |
2012 |
23’12 |
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live – I E
Fl. und Ob. In T. 2 ff. nicht gleichmäßig zusammen, II sauber musiziert,
jedoch zu zögerlich, schöner Bläserklang, III schnell, prägnant, Akzente, IV
ohne in gewohntem Fahrwasser – breites Klangbild, anfangs, jedoch etwas
kompakt |
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4 |
Jos van
Immerseel |
Anima Eterna
|
Sony |
1996 |
23‘17 |
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I pompöse
Tutti-Abschnitte, hier auch kompakter Klang, insgesamt weniger farbig, II sorgfältig,
jedoch kaum Esprit, III etwas zu fest musiziert, IV insgesamt etwas
gleichförmig |
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Interpretationen
nach historischer Aufführungspraxis mit modernen Instrumenten: |
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5 |
Antonello
Manacorda |
Kammerakademie
Potsdam |
Sony |
2011 |
21‘54 |
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offenes
Klangbild, Bläser sehr direkt abgebildet, prägnantes Musizieren, II frisch,
lebendig, II mit Esprit, III lebendig, vivace, Trio etwas langsamer, in T: 17
Ob. synkopisch nach dem Fagott, IV etwas starr, jedoch gute dynamische
Abstufung |
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5 |
Pilippe Herreweghe |
Royal Flemish Philharmonic Orchestra |
PHI |
2015 |
23‘20 |
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I
pulsierend, Blick auf Details, II locker, B viel schneller, mit Duft, III farbenreiches
Spiel, in den ersten Takten Holzbläser etwas überdeckt, IV souverän bewältigt
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5 |
David
Zinman |
Tonhalle
Orchester Zürich |
RCA |
2012 |
22‘24 |
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|
I
selbstverständliche Perfektion, spannungsvoll, II bewegt, pulsierend, immer
auch Spannung, III nuancenreich, sprechende Artikulation, IV con spirito, gute dynamische
Abstufung |
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5 |
Wilhelm
Keitel |
Putbus
Festival Orchestra |
Arte Nova |
1997 |
22‘39 |
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I E Bläser-Achtel
immer staccato, ab T. 10 dann Streicher, Allegro assai im HS, Blick
immer auch auf Nebenstimmen, II sprechende Artikulation, farbiges Klangbild,
III schlanke, präzise Tongebung, Trio etwas langsamer, IV entschiedener
Zugriff |
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4-5 |
Heinz Holliger |
Kammerorchester Basel |
Sony |
P 2020 |
24‘40 |
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I E wie militärisch schreitend, HT zurückhaltendes
Tempo, moderat, II sich Zeit lassend, III Menuett, eher gelassen, nicht
gehetzt, IV soregfältig – sehr gute Balance und
Transparenz, insgesamt lockeres Musizieren |
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4-5 |
Thomas Dausgaard |
Schwedisches Kammerorchester |
BIS |
P 2011 |
23‘02 |
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I E kein Adagio, eher Allegretto, HT mehr vivace
als brio, Musik immer sehr bewegt, II anmutig, gute Balance, Bläser nicht
zurückgesetzt, III Menuett und Trio im selben Tempo, IV gute Transparenz,
vivace |
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4 |
Hans
Zender |
SWF
Sinfonie-Orchester Baden-Baden |
hänssler |
2000 |
24‘34 |
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I entschiedener
Zugriff, kräftig, II A zu behutsam, B duftige Pizzicati der Bässe, III
farbiges Spiel, Ob. und Fg. deutlich nebeneinander,
IV gute dynamische Abstufung |
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4 |
Heinrich
Schiff |
Nothern Sinfonia |
IMP |
1985 |
24‘08 |
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I mehr Brio als
Allegro, etwas fest, gute Transparenz und Balance, II Sch.
wiederholt auch die ersten 16 Takte, III ausgeglichen, dem Notentext
entsprechend, IV mit Schwung, als Kehraus, dynamische Abstufung nicht top –
insgesamt solide |
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4 |
Nicolaus
Harnoncourt |
Concertgebouw
Orchester Amsterdam |
Teldec |
1992 |
24‘15 |
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I E Bläser
T. 14/15 nicht ganz deutlich, zu festes Musizieren, „große Sinfonie“, in
lauten Tutti-Abschnitten auftrumpfend, II ernst, schwerblütig, B-Teil etwas
schneller, III Menuett auftrumpfend, Trio langsamer, IV entschiedener
Zugriff, sonst wie Satz 1 |
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4 |
Michi Gaigg |
L’Orfeo Barockorchester |
CPO |
2018 |
20‘18 |
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I E gestelzt, etwas distanziert, HT Streicher oft
etwas zurückgestellt, keine hervorragende Balance, (zu) festes Musizieren, II
etwas zurückhaltend, wie scheu, III Menuett sehr lebendig, im Trio treten
Streicher wieder zurück, IV Streicher ohne richtige Substanz – insgesamt
sauberes Musizieren, teilweise filigranes Klangbild |
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3-4 |
Nicolaus
Harnoncourt |
Berliner Philharmoniker |
BP Media |
2003 |
25’54 |
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live – I E
lastend, klanglich nicht so deutlich wie 1992, ähnliche
Interpretationshaltung, jedoch schwerfälliger, II gezogen, zu ernst, B
kontrastiert auch durch schnelleres Tempo, III Menuett-Charakter betont, Trio
langsamer, IV betriebsam, mehr Noten als Musik |
||||
eingestellt
am 31. 05. 2016
zuletzt
ergänzt am 09.02.2026