Das Klassik-Prisma  
 Bernd Stremmel

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Beethoven

Fantasie für Klavier, Orchester und Chor c-moll op.80

Chorfantasie

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Serkin, R.

Bernstein

Westminster-Chor                New York Philharmonic Orch.

Sony

1962

18‘18

5

 

Serkin, R.

Kubelik

Chor und Sinf. Orchester des Bayerischen Rundfunks

Orfeo.

1977

18‘25

5

live

Kissin

Abbado

RIAS Kammerchor           Berliner Philharmoniker

DGG

1991

18‘28

5

live

Levin

Gardiner

Monteverdi Chor            Orchestre Revolut.e Romantique

DGA

1995

17‘55

5

Hammerklavier !! Originalinstrumente

               

Dorfman

Toscanini

Westminster-Chor                NBC Symphony Orchestra

div.

1939

15‘56

4-5

live

Katchen

Gamba

London Symphony Chor    London Symphony Orchestra

Decca

1965

19‘02

4-5

 

Larrocha

Chailly

RIAS Kammerchor Radio-Sinf.Orchester Berlin

Decca

1983

20‘45

4-5

 

Tan

Norrington

Schütz Choir                   London Classical Players

EMI

1989

17‘39

4-5

Hammerklavier !! Originalinstrumente

Rösel

Kegel

Rundfunkchor Leipzig     Dresdner Philharmonie

Capriccio

1985

17‘58

4-5

Text: J.R.Becher

 

Serkin, R.

Serkin, P.

Marlboro Festival Orchester und Chor

Sony

1981

19‘42

4

live

Richter

Sanderling

Staatl.Russischer Akadem.Chor Rundfunk Sinf.Orch.d.UdSSR

Melodya

P1952

19‘12

4

russisch gesungen

Komen

Weil

Kölner Kantorei               Capella Coloniensis

DHM/BMG

2000

18‘11

4

Hammerklavier

Foldes

Lehmann

RIAS Kammerchor           Berliner Motettenchor        Berliner Philharmoniker

DGG

1955

19‘07

4

 

Kraus, Lili

Rivoli

Chor u. Philharmonisches Orchester Amsterdam

Pianoforte Scribendum

P 1968

20‘11

4

 

Brendel

Haitink

London Philharmonic Choir and Orchestra

Philips

1977

20‘24

4

 

Pollini

Abbado

Wiener Staatsopernchor    Wiener Philharmoniker

DGG

1986

18‘10

4

perfekt, aber unterkühlt

Barenboim

Barenboim

Chor der Staatsoper Berlin Berliner Philharmoniker

EMI

1995

19‘23

4

live

Klien

Semkow

St.Louis Symphony Orchestra & Chorus

Vox

P1979

19‘48

4

 

Barenboim

Klemperer

John Alldis Choir                 New Philharmonia Orchestra

EMI

1968

20‘57

4

Barenboim an Klemperers Zügel

 

Aimard

Harnoncourt

Arnold Schönberg-Chor    Chamber Orchestra of Europe

Warner

2003

19‘19

3-4

live - ohne Ecken und Kanten

Pressler

Masur

Rundfunkchor Leipzig Gewandhausorchester Leipzig

Philips

1993

17‘52

3-4

 

Grimaud

Salonen

Chor und Sinfonie-Orch. des Schwedischen Rundfunks

DGG

2003

18‘57

3-4

live

Newman

Simon

Chor und Orchester Philomusica Antiqua London

Newport Classic

P 1987

17‘12

3-4

Hammerklavier !! Originalinstrumente

Serkin, R.

Ozawa

Tanglewood Festival Chorus Boston Symphony Orchestra

Telarc

1982

19‘56

3-4

 

Ax

Mehta

New York Choral Artists       New York Philharmonic Orchestra

RCA

1983

19‘28

3-4

live

Kootz

Konwitschny

Rundfunkchor Leipzig Gewandhausorchester Leipzig

Berlin classics

~1960

17‘45

3-4

Text: J.R.Becher

 

Demus

Leitner

Wiener Singverein            Wiener Symphoniker

DGG

P1970

18‘54

3

 

Beethovens Chorfantasie zählt zu den ganz wenigen Werken sinfonisch-konzertanter Musik, in denen der Solist fast das ganze Stück hindurch die führende Kraft ist, nicht der Dirigent, der Koordinationsaufgaben übernimmt. Die entscheidenden Impulse kommen immer vom Klavier. Unter dieser Prämisse ist das Werk zu realisieren. Die Führungsrolle des Klaviers wird von vielen Interpreten jedoch nicht wahrgenommen, entsprechend spannungslos wird dann musiziert, man reiht Abschnitt an Abschnitt, ohne das Totale zu treffen.

Von allen hier untersuchten Einspielungen gelingt dies am besten Rudolf Serkin mit Bernstein und Kubelik als Partner. Serkins Klavierton ist, wenn gefordert, kraftvoll, aber immer hell, in den Höhen fast silbrig. Serkin beherrscht die „Klangrede", die ich bei deren Protagonist Harnoncourt in seiner Aufnahme mit Aimard vermisse. Auch auf Grund seines musikalischen Temperaments hat man bei Serkin den Eindruck, Beethoven sitze selbst am Flügel. Noch die späte Aufnahme von 1981* vom Marlboro-Festival mit dem 78-jährigen Serkin, die nicht als Plattenproduktion gedacht war, ist zwar nicht so perfekt wie andere (Studio-) Einspielungen, enthält jedoch mehr Beethoven und ist jenen vorzuziehen, die nur gut einstudiert und tadellos realisiert sind, aber nicht den Nerv der Musik treffen, wie z.B. die zuletzt erschienene Aufnahme mit Grimaud und Salonen, die mir zu neutral ist.

* Unter Leitung von Serkins Sohn Peter spielten im Orchester namhafte Lehrer und Solisten, wie Isidore Cohen, Felix Galamir, Julius Levine, David Soyer, Georg Faust.

Zu DDR-Zeiten passte der ein wenig "schillernde" Text am Ende der Chorfantasie von Chr. Kuffner  nicht so ganz in das ideologische Weltbild der Kulturwächter hinter dem Eisernen Vorhang. Johannes R. Becher verfasste auf Wunsch? oder Weisung? von höherer Stelle oder auch aus eigenem Antrieb einen neuen Text, der in den Aufnahmen, die in der ehemaligen DDR entstanden, Verwendung fand.

letzte Überarbeitung und Ergänzung: 25.09.05

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