| Das Klassik-Prisma | |
| Bernd Stremmel |
Streichquartett e-moll op.59 Nr.2
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Busch Quartett |
CBS/biddulph |
1941 |
35‘35 |
5 |
1.W – das Quartett hat eine Vorstellung von dem Stück, man sitzt vorn an der Stuhlkante und hört sich gegenseitig zu |
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Juilliard Quartet |
Sony |
1964 |
33‘35 |
5 |
1.W – Aufnahme mit Biss, große Bögen, Instrumente gut aufeinander abgestimmt, schlankes und organisches Musizieren |
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Prazák Quartett |
Praga |
2002 |
35‘40 |
5 |
1.W – konzentriertes sauberes Musizieren; kräftig, aber doch schlank; 3.Satz: Dialog zw. 1.Vl und Vc! |
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Janacek Quartett |
Westminster/ DGG |
1959 |
37‘47 |
5 |
1.W – sehr plastisch, betont rhythmisch, 3. Satz ein Kabinettstück; kompaktes, leicht verfärbtes Klangbild |
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Cleveland Quartet |
Telarc |
1992 |
38‘27 |
5 |
1.+2.W - etwas breiterer Strich, prächtiger Quartettklang |
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Gewandhaus Quartett |
NCA |
2002 |
39‘46 |
4-5 |
1.+2.W – lässt die Musik atmen, gute Dynamik, alles klingt natürlich, warm |
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Auryn Quartett |
Tacet |
2002/04 |
39‘54 |
4-5 |
1.+2.W – sehr gutes Zusammenspiel, schlank, schöner Klang; 4.Satz: nicht zu schnell, dafür Blick auf Details möglich, z.B.: Engführung des Themas T.284ff |
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Alban Berg Quartett |
EMI |
1978 |
33‘00 |
4-5 |
1.W – nicht immer ganz ausgewogener Klang zwischen den Instrumenten: im 1.Satz könnte das Cello etwas präsenter sein, im 4.Satz die 2. Vl. |
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Guaneri Quartett |
RCA |
~1967 |
37‘36 |
4-5 |
1.W – zupackend, das Lyrische wird aber nicht überspielt, 2. Satz: etwas viel vibrato bei langen Noten, 3. Satz: etwas vorsichtig |
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Vegh Quartett |
naïve |
1972 |
37‘49 |
4-5 |
1.W – musikantischer Ansatz |
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Tokyo String Quartet |
HMF |
2005 |
36‘07 |
4-5 |
1.W – nicht zu schnell, sehr gutes Miteinander, warmes Klangbild |
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Emerson Quartet |
DGG |
1994 |
33‘55 |
4-5 |
1.W – klingt alles ein wenig forciert, nicht so warm, 4.Satz sehr federnd |
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Melos Quartett |
DGG |
1984 |
38‘13 |
4-5 |
1.+2.W – klingt leicht orchestral, 1.Vl. in hoher Lage manchmal etwas spitz |
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Medici String Quartet |
Nimbus |
1989 |
35‘17 |
4-5 |
1.W – gezügelte Tempi in den Ecksätzen, Blick in das Innenleben von op.59 Nr.2, bestens zu Studienzwecken geeignet |
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Budapester Streichquartett |
CBS |
1959 |
32‘41 |
4-5 |
1.W – insgesamt dramatisch und gespannt, 3.Satz Thema russe etwas derb |
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Ungarisches Streichquartett |
EMI |
1953 |
32‘15 |
4-5 |
1.W – warmer, weicher Klang, 2.Satz etwas scheu, 3.Satz Betonung des Tanzcharakters |
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Quartetto Italiano |
Philips |
1973 |
38‘34 |
4 |
1.W – 2.Satz etwas viel vibrato bei langen Notenwerten, wirkt leicht sentimental |
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Calvet Quartett |
Telefunken |
1938 |
31‘40 |
4 |
gezügelte Tempi, sehr guter 2.Satz, 4.Satz zu gewichtig |
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Takacs Quartett |
Decca |
2001 |
38‘25 |
4 |
1.+2.W – kräftiger Bogenstrich im f, der dann leicht kratzig klingt, 2.Satz nicht ganz gespannt |
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Smetana Quartett |
Denon |
P 1983 |
31‘54 |
4 |
1.W – Binnendifferenzierung könnte besser sein, 2.Satz: Andante, aber con molto sentimento, 4.Satz: beim Eintritt des Themas wird das Quartett schneller |
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Amadeus Quartett |
DGG |
1959 |
32‘33 |
4 |
kompakter Klang, etwas grau; 1. Vl. gelegentlich etwas spitz, führt das Quartett an |
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Guaneri Quartett |
Philips |
1991 |
38‘09 |
4 |
1.W – helleres Klangbild als bei der früheren Aufnahme; man hat den Eindruck, man sitzt zwischen den Spielern; insgesamt etwas langsamer und nicht mehr so locker; wieder viel zu viel vibrato bei längeren Notenwerten im 2.Satz |
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Vermeer Quartett |
Teldec |
1989 |
37‘18 |
4 |
1.W – Qu. musiziert etwas handfest, es fehlt etwas die Inbrunst, die Glut, der Glaube an das Werk, 4.Satz etwas steif |
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Juilliard Quartet |
Sony |
1982 |
38‘43 |
4 |
1.+2.W – live – musikantischer Ansatz, nicht mehr so schlank und kontrolliert, manchmal etwas grob, dynamisch nicht so differenziert, Kratzgeräusche und schnarrende Saiten |
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Brandis Quartett |
HMF |
1986 |
35‘13 |
4 |
1.W – 1.Satz: deutlich langsamer, klingt wie Hausmusik, aber auf höchstem Niveau, 2.Satz: schneller, Dynamik auf engstem Raum nicht so scharf f – p, 3.Satz: nichts riskiert, 4. Satz:auf einmal sind sie da, etwas spät! |
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Talich Quartett |
Calliope |
1980 |
34‘31 |
4 |
1.W – 2. Satz nicht molto Adagio, 3.Satz etwas langsamer, 4.Satz nicht spritzig |
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Borodin Quartett |
Chandos |
2003 |
44‘42 |
4 |
1.+2.W – Aufnahme kam vielleicht etwas zu spät; Tempi im 1., 3. und 4. Satz zu langsam, immer gewichtig, 2. Satz: viel Vibrato bei Va. und Vc. |
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Vlach Quartett |
Praga |
1962 |
35‘13 |
3-4 |
nivellierte Tempi, nicht sonderlich differenziert, „Draufsicht", der 1.Satz ist am Besten gelungen |
1.+2.W: 1. (Exposition) und 2. Wiederholung (Durchführung und Reprise) des 1. Satzes
Beethovens drei Streichquartette op.59 entstanden im Jahr 1806 in einer Zeit, als Beethovens Schaffen auf einem Höhepunkt angelangt war. Innerhalb eines überschaubaren Zeitraumes von wenigen Jahren erschienen gleichzeitig oder vorher bzw. kurz danach die Klaviersonaten op.53 (Waldstein) und op.57 (Appassionata), die 4. Sinfonie, das 4. Klavier- und das Violinkonzert. Alles sehr komplexe Werke, die jeweils eigenen Kompositionsstrukturen verpflichtet sind, kein Werk gleicht irgendwie dem anderen.
Das e-moll Streichquartett beginnt mit zwei kräftigen Akkordschlägen, wie in der 3.Sinfonie. Bei dieser hat man den Eindruck des Feststehenden, des Gewollten, des großen Aufrufezeichens. Anders beim Streichquartett, hier glaubt man eher ein Fragezeichen vor sich zu haben, was kommt denn jetzt, wie geht es weiter?
eingestellt am 06.01.2007