| Das Klassik-Prisma | |
| Bernd Stremmel |
Rhapsodie für Altstimme, Männerchor und Orchester op.53
„Altrhapsodie"
(Text aus Goethes „Harzreise im Winter")
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Larsson |
Albrecht |
Dänischer National Chor und Sinfonie-Orchester |
Chandos |
2003 |
11‘54 |
5 |
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van Nes |
Blomstedt |
San Francisco Symphony Choir and Orchestra |
Decca |
1989 |
13‘26 |
4-5 |
Chor engl. Akzent |
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Anderson |
Monteux |
Munchipal Chorus San Francisco Symphony Orchestra |
RCA |
~ 1952 |
11‘39 |
4-5 |
leidenschaftlich |
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Heynis |
Beinum |
Königl. Männergesangverein Concertgebouw Orchester |
Decca |
1958 |
12‘43 |
4-5 |
Chor etwas zu rauh |
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Miller |
Walter |
Chor des Occidental College Columbia Symphony Orchestra |
CBS |
1961 |
12‘23 |
4-5 |
Chor engl. Akzent und wenig deutlich |
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von Otter |
Levine |
Arnold Schönberg Chor Wien Wiener Philharmoniker |
DGG |
1992 |
12‘27 |
4-5 |
live - einige störende Verzögerungen „...aus der Fülle der Liebe..." |
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Forrester |
Fricsay |
RIAS Kammerchor Radio-Sinfonie-Orchester Berlin |
DGG |
1957 |
15‘53 |
4-5 |
poco Andante zu langsam |
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Baker |
Boult |
John Alldis Chor London Philharmonic Orchestra |
EMI |
1970 |
11‘42 |
4-5 |
Chor etwas kompakt |
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Watts |
Ansermet |
Chor von Radio Suisse Romande Pro Arte Chor Lausanne Orchestre de la Suisse Romande |
Decca |
P 1967 |
13‘07 |
4-5 |
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Hoffmann |
Kubelik |
Chor und Sinfonie-Orchester des Bayerischen Rundfunks |
Orfeo |
1962 |
15‘11 |
4-5 |
live - poco Andante zu langsam |
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Norman |
Muti |
Choral Arts Society of Philadelphia Philadelphia Orchestra |
Philips |
1989 |
12‘18 |
4-5 |
große Stimme |
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Lipovsek |
Abbado |
Ernst-Senff-Chor Berliner Philharmoniker |
DGG |
1988 |
12‘58 |
4-5 |
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Onegin |
Singer |
Berliner Ärztechor Staatskapelle Berlin |
Preiser |
1929 |
13‘16 |
4-5 |
zeitbedingte Portamenti „...die Öde verschlingt ihn." |
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Markert |
Sanderling, Kurt |
Rundfunkchor Berlin Berliner Sinfonie-Orchester |
Capriccio |
1990 |
13‘20 |
4 |
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Sinclair |
Boult |
Männer des Croydon Phil.Chorus London Philharmonic Orchestra |
Nixa |
P 1957 |
11‘58 |
4 |
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Stutzman |
Davis |
Chor und Sinfonie-Orchester des Bayerischen Rundfunks |
RCA |
1992 |
13‘00 |
4 |
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Ferrier |
Busch |
Männerchor und Sinfonie-Orchester des Dänischen Rundfunks |
Danacord |
1949 |
13‘51 |
4 |
live- sehr störende Plattengeräusche, Chor stellenweise präsent, dann wieder undeutlich |
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Fassbaender |
Sinopoli |
Prager Philharmonischer Chor Tschechische Philharmonie |
DGG |
1982 |
14‘19 |
4 |
Tempo-Wechselbäder |
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Ludwig |
Klemperer |
Männer des Philharmonia Chores Philharmonia Orchestra London |
EMI |
1962 |
12‘24 |
4 |
wabernde Altstimme, zu früher Einsatz bei D |
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West |
Knappertsbusch |
Männer der Wiener Singakademie Wiener Philharmoniker |
Decca |
P 1958 |
13‘56 |
4 |
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Vejzovic |
Eschenbach |
Houston Symphony Male Chorus Houston Symphony Orchestra |
Virgin |
1992 |
13‘49 |
4 |
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Archipova |
Markevitch |
Russ. Staatl. Akademie-Chor Staatl. Sinfonie-Orchester der UdSSR |
Philips |
1963 |
12‘45 |
3-4 |
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Ferrier |
Krauss |
London Philharmonic Choir and Orchestra |
Decca |
1947 |
15‘54 |
3-4 |
Ferrier steht das sehr langsame Tempo souverän durch |
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Ludwig |
Böhm |
Männer des Wiener Singvereins Wiener Philharmoniker |
DGG |
1976 |
16‘02 |
3-4 |
ausladende Tremoli, rhythmische Freiheiten, Poco andante zu langsam |
Sofern der Dirigent bei einer Aufführung eine gute Altistin, die auch rhythmisch genau singen kann, zur Verfügung hat und auf einen guten Männerchor zurückgreifen kann, dürfte nichts schief gehen. Leider ist es keineswegs immer so – warum?
1. Die Temporelationen zwischen den drei Teilen des Werkes müssen stimmen:
Adagio – Poco Andante – Adagio. Der Mittelteil wird leider bei vielen der sonst gelungenen Aufnahmen zu langsam genommen (z.B. Kubelik, Markevitch, Fricsay, Sanderling) oder regelrecht verschleppt (Böhm, Krauss). Sinopoli nimmt das Tempo recht frei!2. Der Männerchor darf nicht zu sehr im Hintergrund agieren und textverständlich sein! Hier ist seitens des Dirigenten und des Aufnahmeteams eine gute Klangregie gefordert. Ältere Einspielungen haben es da schwerer (Monteux, Busch, Krauss), aber auch bei neueren steht es hier nicht immer zum Besten (Böhm, Muti, Davis). Bei Aufnahmen mit ausländischen Chören stört oft ein Akzent (Walter, Monteux, Boult-Sinclair, Blomstedt, Markevitch).
Liebhaber der Stimme von Kathleen Ferrier, wozu auch ich mich rechne, werden von meiner Einordnung enttäuscht sein. Letztendlich kann aber nur der Gesamteindruck ausschlaggebend sein.
Nur eine Aufnahme umschifft alle Klippen und hebt sich aus der Fülle der insgesamt guten (mit den genannten Einschränkungen) ab: Gerd Albrecht und Anna Larsson mit ihren dänischen Kolleginnen und Kollegen.
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Am Rande vermerkt:
„Ach wer heilet die Schmerzen..."
Vielleicht haben Sie sich beim Anhören dieser Passage die Frage gestellt: Die Stelle kenne ich doch, aber woher bloß?
Darf ich Ihnen helfen? Da liegt jemand tödlich verwundet auf seinem Lager und erwartet den erlösenden Tod, vorher möchte er noch einmal seine Geliebte sehen. Die Oboe spielt ihm (Vorspiel 3. Aufzug, T. 34-37) eine Melodie von großer Ähnlichkeit mit „Ach wer heilet die Schmerzen" vor. Die Stelle befindet sich, Sie haben es erraten, in Wagners Tristan und die Worte geben gut Tristans Befindlichkeit wieder. Hat da Wagner von Brahms heimlich abgeschrieben? Nein, Tristan und Isolde wurde 1859 vollendet und 1865 in München uraufgeführt, Brahms komponierte seine Altrhapsodie erst 1869.
Theoretisch lässt sich auch folgendes konstruieren: Ende 1863 gab Wagner in Wien ein Konzert, u.a. mit dem Tristan-Vorspiel und Isoldes Liebestod. Da wirkte auch der Pianist Carl Tausig mit, der sowohl mit Wagner als auch Brahms in engem Kontakt stand. Möglicherweise hat Tausig oder Peter Cornelius, ebenfalls ein Freund beider Komponisten, dem musikalisch-neugierigen Brahms, der zur selben Zeit in Wien weilte, Musik von Wagner , u.a. aus Tristan, zugestellt, die damals noch nicht im Druck erschienen war, ob das Vorspiel zum 3. Akt dabei war, lässt sich heute nicht beweisen. Auch ein Besuch einer Tristan-Aufführung durch Brahms ist nirgends belegt, weder bei den ersten vier Aufführungen 1865 in München, noch bei der Neuinszenierung 1869, wiederum in München.
Entgegen der immer wieder zitierten Meinung, Wagner und Brahms seien ihr Leben lang aufgrund gegensätzlicher musikalischer Weltbilder verfeindet gewesen, lässt sich belegen, dass Brahms Wagners Musik studiert und einiges geschätzt hat. So war er einige Jahre im Besitz des Autographs von Wagners Meistersingern. Soweit die Tatsachen.
Persönlich glaube ich nicht, dass Brahms von Wagner „abgeschrieben" hat, dass konnte er sich als damals schon renommierter Komponist nicht erlauben. Für mich interessant ist, dass ich in der Literatur noch nirgends einen Hinweis auf diese Ähnlichkeit gefunden habe.
eingestellt am 27.05.05
letzte Ergänzung am 14.10.05